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Sex Skandale

Gibt es Skandale, die Osmanen nicht in die Hand bekamen? Besonders in einer muselmanischen Gesellschaft erweckten Sex- Skandale ein außergewöhnliches Echo und wurden mit sehr schweren Strafen verfolgt. 
Hier sind einige Skandale, allerdings ohne zeitliche Reihenfolge:

Die rasende Frau des Helden:
Bali Bey und seine Familie gehörten zu denen, die dem Osmanischen Reich auf den Feldzügen in Rumelien (europäische Türkei) große Dienste geleistet haben, sie waren wegen ihrer kriegerischen Fähigkeiten und ihrer Heldenhaftigkeit berühmt.

Die Frau Bali beys, Herr über Samothrake, war die Tochter einer vermögenden Familie. Sie wohnte weit entfernt von ihrem Ehemann in Skopje. In das Haus dieser Frau im besten Alter gingen junge Männer ein und aus. Sie war eine verheiratete Frau und außerdem die Gemahlin eines Helden. Eines Tages dringt man in den Konak ein und erwischt sie im Bett auf frischer Tat beim Liebesakt. 

Vor dem Richter löst sich die Zunge des Jünglings: "Sie gibt mir Geld, ernährt und kleidet mich, "sagt er. Er bestätigt damit, der erste Gigolo in der osmanischen Geschichte zu sein.

Einer der Diener des Bali Bey, der sich im Gerichtssaal befand, zog sein Schwert, als der Richter sein Urteil verkündete, zerstückelte den Jüngling, einen Bedientesten und die Frau, die ihrer Herrin junge Burschen zuführte. Dadurch war die Ehre des Bali Bey zu mindestens teilweise wieder hergestellt. 

Der Richter stellte die Ehefrau des Bali Bey unter den Schutz eines Verwaltungsbeamten von Skopje. 

Allerdings gab diese Frau, die eine Vorliebe für junge Männer hatte, keine Ruhe. Sie kam nach Istanbul und begann, mit einem Jüngling zusammen zu leben. Sie wurde wiederum ertappt. Der Richter ließ den jungen Mann öffentlich prügeln und schickte ihn in die Verbannung, wo der Jüngling verstarb.

Die Gemahlin Bali beys, eilt zum Grab ihres Geliebten, lässt ihn aus dem Grab holen und es wird sogar berichtet, dass sie den Toten geschändet haben soll. Nach Istanbul zurückgekehrt, tat sie sich mit dem Bruder ihres ehemaligen Geliebten zusammen. Damit war die ganze Angelegenheit vollständig aus der Bahn geraten.

Das schändliche Benehmen der Frau des Helden Bali Bey war bis zu den Ohren des Herrschers der damaligen Zeit, Yavuz Sultan Selim gedrungen. Welche Entscheidung der Sultan jedoch getroffen hat, blieb im Dunkel.

Männer, die für Dienste in Wohnhäusern bereit waren Ein Skandal, der im Jahre 1577 in Istanbul aufgedeckt wurde, ist ein deutliches Beispiel dafür, was unter den Umhängen alles geschehen konnte.

Mustafa hieß ein Liebesvermittler, der junge stattliche Männer aus den Stadtvierteln am Goldenen Horn sammelte und sie zu privaten Diensten in die Wohnhäuser Istanbuls schickte. Der kluge Vermittler hatte einen festen Bestand von Gutaussehenden, jungen und kräftigen Männern zusammengebracht, auf den er zurückgreifen konnte und veranlasste, dass sie ihre Haare wachsen ließen und begann sie als Schneiderinnen oder als Verkäuferinnen für Umhänge in die Häuser einzuschleusen.

Witwen, Frauen, die gierig auf Männer waren, junge Schöne, die nicht genügend Zuwendung von ihren Ehemännern erhielten, hatten nun Gelegenheit, in starken Armen süße Stunden zu verleben. Dieser süße Handel kam ans Tageslicht, als man ein Haus überraschend aufsuchte und man einen dieser Jünglinge in flagranti ertappte. 

Unter Zwang begann er auszusagen und der Jüngling verschwieg nichts. 
Das Haus in dem sich Mustafa und die jungen Männer aufhielten, wurde überrumpelt, alle wurden in Gewahrsam genommen und aus Istanbul verbannt.

Natürlich waren die Hausherren der Häuser Istanbuls sehr beunruhigt: Wenn sie auch in mein Haus gekommen sind? Darum kann man nicht verdenken, das es in diesem Jahr in Istanbul die meisten Scheidungen gab, die Liebe einer muslimischen Frau zu einem jungen Juden hieß Tod. Der Ehebruch zwischen einer muslimischen Frau und einem nicht muslimischen Mann wurde bei den Osmanen mit Steinigung geahndet.

Diese Strafe wurde in der osmanischen Geschichte allerdings nur einmal verhängt.
Die Ehefrau eines Janitscharen in Ruhestand, des Abdullah Efendi, wurde zusammen mit einem jungen jüdischen Händler erwischt. Dieser Betrug fand im Jahre 1680 in Aksaray statt und endete mit der Todesstrafe für die Frau Die Bestrafung wurde folgendermaßen ausgeführt. Die Frau wurde bis zur Taille nackt in Erde begraben und vom Volk so lange gesteinigt, bis der Tod eingetreten war. Im Islam nennt man diese Strafe "recm cezasi".

Bedeutenden staatlichen Persönlichkeiten gelang es nicht, den Richter des Schariarecht Ahmet Efendi von Rumelien bei seinem Rechtsgutachten umzustimmen, alle Bemühungen blieben erfolglos. Ausrufer verkündeten in allen vier Himmelsrichtungen von Istanbul, dass die Frau gesteinigt würde, die es "erlaubt habe, dass nach ihrer Ehre gegriffen wurde."

Auf dem Sultanahmet Platz direkt vor der Schlangensäule grub man ein Loch in die Erde, in das die Frau bis zur Hüfte begraben wurde. Die Leute, die dort zusammen gekommen waren, warfen faustgroße Steine auf sie und vollführten so die ausgesetzte Strafe. Diese Neugier erregende und erstmalig ausgeführte Bestrafung beobachtete auch der Regent der damaligen Zeit Sultan Mehmet IV. Obgleich sich der jüdische Jüngling im Gefängnis bereit erklärte, zum Islam überzutreten und die Frau zu heiraten, rettete es seinen Kopf nicht aus den Händen des Henkers.

Die lesbische Frau des Pascha.
Die Frau des Osman Pascha, der 1810 Vertreter des Großwesirs wurde, war eine der berühmtesten Lesben in Istanbul. In jenen Tagen hatte die Frau des Pascha ihr Herz an eine Zigeuner-Tänzerin verloren. Im Harem in Babiali gab es an jedem Abend verrückte Vergnügen mit Musik, man war mit Gästen der gleichen Lebensart ausgelassen. Das Zigeunermädchen hatte die Frau des Pascha mit ihre Koketterie gefangen genommen und bereits begonnen sich an ihr zu bereichern. Osman Pascha hing sehr an seiner Frau, er war ein Pantoffelheld.

Für die Geliebte seiner Frau erwarb er ertragreiche Landgüter und ließ sie auf ihren Namen in die Grundbücher eintragen. Persönlichkeiten aus der Nachbarschaft und der Regierung störte diese Lage sehr. Der Klatsch erreichte auch Sultan Mahmud II. Mit einem Ferman, einem kaiserlichen Befehl, entließ er Osman Pascha aus seinem Dienst und sandte ihn nach Limni in die Verbannung. Seine Frau sandte er nach Bursa, um sie unter Beobachtung zu halten. Das Zigeunermädchen wurde im Dunkel einer Nacht erdrosselt.

Der männliche Geliebte, der einen Krieg verursachte:

In der Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Istanbul einen großen Skandal.
Dieses anstößige Vorkommnis fand unter den Janitscharen, den Söldnern in der osmanischen Armee, die bei Knabenaushebungen zusammengebracht wurden, statt, es brachte zwei Kompanien von Janitscharen gegeneinander auf. Ein Janitschare aus einer Kompanie, der einen Badediener zum Geliebten hatte, entführte einen Janitscharen aus einer anderen Kompanie und vergnügte sich einige Tage mit ihm.

Dieses Geschehnis brachte beide Kompanien derartig gegeneinander auf, dass es vier Tage lang zu blutigen Kämpfen kam. Als die Ereignisse diesen Verlaufnahmen, ließ man auf Anordnung vom Palast den Bediener in Gewahrsam nehmen und erhängen. Der Krieg wurde so mit knapper Mühe beendet.

Das mannstolle Frauenzimmer des Abdülmecit:
Die humanste Bestrafung für eine Frau im osmanischen Harem, die es wagte, den Sultan abzuweisen, war Verbannung.

Im 19. Jahrhundert unterschrieb der Sultan mit seiner politischen Reform aus dem Jahre 1839 eine Menge großer Neuheiten. Sultan Abdülmecit, der als westlich ausgerichteter Herrscher bekannt war, und den Beinamen "Westlicher Sultan" hatte, war auch ein gut aussehender Mann. Er verliebte sich sehr schnell und hatte eine ausgesprochene Vorliebe für Frauen. Er ist der einzige Sultan der Osmanen, dem Hörner aufgesetzt wurden.

Die vierte Frau des Sultans, die Serefraz hieß, war sehr eifersüchtig auf ihn.
Sie konnte seine Ausschweifungen nicht ertragen. Deswegen verließ sie ihn und zog vom Dolmabahce Palast in den Yildiz Palast. Abdülmecit, der Serefraz sehr liebte, wurde des Öfteren im Yildiz Palast nicht hereingenommen und zurückgewiesen, wenn er zu Besuch kam, will man sogar wissen.

Serefraz hatte Abdülmecit fest in ihre Hand und kleidete sich, wie es ihr gefiel und ging spazieren, wohin sie wollte. Auf einem ihrer Spaziergänge sah sie einen jungen armenischen Musiker, in den sie sich verliebte. Serefraz nahm den jungen Armenier zu sich in den Yildiz Palast und verbrachte die Zeit mit ihm. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch nie eine Frau öffentlich einen Liebhaber beherbergt. Man hatte weder so etwas gehört noch gesehen. Istanbul geriet in Aufruhr. 

Der Sultan hielt das, was ihm zugetragen wurde, für Auswüchse von Eifersucht.
Um dieser Schande Einhalt zu gebieten, ließen Leute aus dem Palast den jungen Armenier auf dem Markt in Besiktas erdolchen. Trotz ihres schändlichen Benehmens wahrte Serefraz ihre Stellung. Sie blieb weiterhin die geliebte Frau Abdülmecits.