![]() 1. Die Aufhebung des Sultanats (1.11.1922): Auf
der 130. Sitzung der Großen Türkischen Nationalversammlung wurde das Gesetz Nr.308
ratifiziert, durch das das Sultanat aufgehoben wurde. Das osmanische Sultanat ging bis
dahin von dem Vater auf den Sohn über. 2. Die Aufhebung des Kalifats (3.3.1924): Nach dem die Osmanen im Jahre 1517 von den Arabern das Kalifat
antraten, blieb es bis 1924 in den Händen der osmanischen Sultane. Während dieser Zeit
waren die Sultans Herrscher und Glaubensführer aller Muslime. 3. Vereinigung der Schulen (3.3.1924): Die Ratifizierung des Gesetzes Nr. 430 über die Vereinigung der Lehranstalten war der erste Schritt im Obergang zum Laizismus. Die religiös unterrichtenden Schulen für Geistliche und Richter wurden aufgehoben. Diese Schulen unterrichteten' nur Religion und lehrten nichts weiter als Ehrfurcht vor Gott. Alte Schulen kamen unter die Kontrolle des Erziehungsministeriums. Eine Schulpflicht wurde eingeführt. Im Jahre 1933 wurde die erste im heutigen Sinne moderne Universität eingerichtet. 4. Die Schließung der Derwischeskloster (2.9.1926): Am 2. September 1925 entschied der Ministerrat durch ein Dekret
Nr. 2493 die Schließung der Derwischenkelostern und religiösen Mausoleen. Die Orden als
religiöse Institutionen wurden verboten. 5. Kleidungsreform (25.11.1926): Durch ein Gesetz wurde ein Reform anerkannt, die die Bekleidung von Fez, weit gearbeiteten Hosen, Derwischesmützen, Schador usw. untersagte. Das tragen eines Hutes, statt des bis dahin traditionellen Fez wurde angeregt, Frauen waren vom Schador befreit. 6. Zeitreform (26.12.1926): Das von der ganzen Welt anerkannte 24 Stunden - Zeitmaß wurde
gesetzlich übertragen. Während der osmanischen Periode wurde die Zeit gerechnet nach der
Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka 7. Reform in der Jurisdiktion (17.2.1926): Im osmanischen Reich urteilten die Richter nach dem islamischem Gesetz, dem Koran. Solche Gerichte wurden am 8. April 1924 bereits aufgehoben. Übernommen wurde das Schweizer Zivilgesetz, das den türkischen Staatsbürgern im Hinblick auf persönliche Rechte und Beziehungen Modernität gewährte. Durch dieses Gesetz Nr.743 wurde die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, die Heirat durch das Standesamt und eine gerechte Erbschaft eingeführt. 8. Frauenrechte (17.2.1926): Durch ein Gesetz wurde die Gleichheit von Mann und Frau vor dem
Gesetz eingeführt. Die Frau erhielt im Alltag alle dem Mann gewährten Rechte. Die Frau
durfte jeden Beruf aufnehmen. Dem Mann wurde die Ehe mit mehr 9. Reform im Alphabet (1.11.1928): Bis zu diesem Reform benutzten die türkischen Staatsbürger das
vor Jahrhunderten durch den Einfluss der Araber und Perser entstandene arabisch
persisch -türkisches Alphabet. Die vielen arabischen und persischen Worte, die
nicht in den Aufbau der türkischen Sprache passten, waren vor allem für die Kinder
äußerst schwierig zu erlernen. Auf Anweisung Atatürks wurde im Jahre1927 ein
linguistischer Expertenrat zusammengerufen, der dann das an die türkische Schreib
und Artikulationsweise passende lateinische Alphabet untersuchte. 10. Veränderung der Maße (26.3.1931): Statt der Maße wie Schritt (68 cm), Okka (1283 Gramm) oder
Breite (60 cm) wurden international anerkannte Längen - und Breiten masse sowie
Gewichtsmaße angenommen. Dies bewirkte erhebliche Erleichterungen im 11. Türkische Institution für Geschichte (15.4.1931): Die Türken haben in der islamischen Welt stets eine bedeutende
Rolle gespielt. Osmanische Historiker haben diese Rolle im Hinblick auf den Islam sowie
das Lebender Sultane auch aufgezeichnet. Hingegen traf man kaum 12. Institution für Türkische Sprache (12.7.1932): In der osmanischen Periode war die arabische Sprache eine Sprache
der Klosterschulen und somit der Geisteswissenschaft. Nachdem die alt türkische Sprache
arabische als auch persische Wörter integrierte, 13. Reform über Familiennamen (21.6.1934): 1934 wurde ein Gesetz Nr. 2525 ratifiziert, wodurch jeder
Staatsbürger einen Familiennamen erhielt. |