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Schoenheiten

Das Osmanische Reich erstreckte sich über drei Kontinente und herrschte dort mit seinem Staatswesen. 
In der Hauptstadt dieses Weltreiches versammelten sich Menschen aus vielen Völkern, sie war eine kosmopolitische Stadt. Zu jeder Zeit hatte man feste Beziehungen zu Europa. 

Der Hofdichter Fazil, der durch seine Werke über Geschlechtlichkeit von sich reden machte, war am Hof aufgewachsen, hatte viel erlebt und suchte Liebe bei Männern. Auf Wunsch seines Liebhabers schrieb er ein Buch über schöne Männer dieser Welt. 

Der Liebhaber bat ihn: "Fazil, nimm mir die Zweifel aus meinem Innersten und kläre mich auf. 
In welchem Volk leben die schönsten Männer und wer hat die meisten Liebhaber. Erzähle mir von ihnen, Stadt für Stadt und malen sie mir. Fazil nahm mit dem größten Vergnügen den Stift zur Hand und begann schöne Männer (Homosexuelle) zu beschreiben.

Lassen sie uns einen Blick in dieses Buch werfen, das "Hubanname" genannt wird, und ein paar Abschnitte daraus lesen:

Griechische Schöne:
Frauen und Knaben sind sehr schön, jede Person für sich ist bildhübsch. 
Die Körper sind von einer Ausgewogenheit, die in Erstaunen versetzt. Welche Harmonie strahlen die Knaben aus, welche Blicke werfen sie uns zu, wie weiß ist ihre Halspartie und wie schwarz das Haar. Ihre Brust ist klar und unverfälscht. 
Eine wertvolle Ware wie reines Silber, wie geschleuderter Honig. Besonders die dunkelhäutigen sind anziehend.

Sie mögen noch so alt sein, sie finden in den Gesichtern außer den Brauen kein einziges Härchen. 
Sie gehen wie Huren und benehmen sich alle kokett.

In den Kneipen von Galata bringen sie auch die allerwertesten Männer um den Verstand. Wenn sie die Locken ihrer Haare auf die Wangen fallen lassen, verfehlt der Mensch den rechten Weg. Wenn sie sich dir jedoch in die Hand geben, gibst du dein Leben für die Lust , die sie dir bereiten.

Spanische Schöne:
Sie sind die Erfinder der Tändelei. Die Heimsuchung für die Welt, diese Spanier.
Die Gesichter, mit denen sie die Menschen erfreuen, sind licht. Sie sind von eindrucksvoller Schönheit. 
Ihre Haare und Brauen sind dunkel wie die Nacht. Sie haben denselben Charakter wie die Juden.

Schöne aus Frankreich:
Sie sind zwar bildschön verstehen aber nicht, sich zu vergnügen. Sie vergeuden ihre Jugend, wiegen aber niemanden in Hoffnung. Sie vermeiden, dass man ihnen in die Augen sieht und richten ihre Blicke auf den Boden.

Schöne aus Holland:
Sie haben schneeweiße Gesichter, sind aber nicht hübsch, ihre Haut ist hell, sie gleichen den Russen. 
Sie verlassen die Kirchen nie, sorgen aber dafür, dass ihre Geliebten Kerzen aufrichten (doppelzüngige Bedeutung) .

Englische Schöne:
Sie sind von unglaublicher Schönheit. Meist sind sie schweigsam, aber den Geliebten stets zu Gefallen. 
Sie leben auf einer stillen Insel im Meer. Es gibt nichts auf der Welt, was sich mit dieser Insel vergleichen ließe. Sie haben kristallklare Haut, sind angemessen groß und von Geburt aus unbehaart. Alle mögen sie das Meer und schwimmen dort wie Fische. Sie haben alles, was sich gehört, aber man kommt bei ihnen in der Liebe nicht auf seine Kosten.

Schöne aus Marokko:
Im allgemeinen sind sie von schwarzer Hautfarbe. Sie sind sehr groß, wie Setzlinge von Bäumen. Sie sind wild und kennen keine Freundschaft. Man kann sie nicht auf den Schoß nehmen und verstehen auch keine Liebkosungen. Sie sind aufgeregt, von seltener Art, aber zu jeder Zeit feurig.

Schöne aus Österreich:
Sie haben Oberarme wie silberne Barren, diese Schönen... Diese Schönen aus Osterreich stellen die Welt auf den Kopf sind aber eigentlich Europäer. Ihre Arme und ihre Größe sind so lang, wie es sich ihre Liebhaber wünschen. Sie tragen schwarze Schönheitsmahle auf den Wangen. Den Liebhabern sind sie sehr gefügig.
ein englischer Liebesdiener. Hubanname. 18. Jahrh.
ein englischer Liebesdiener

ein russischer Liebesdiener

ein syrischer Liebesdiener

SCHÖNE FRAUEN AUS ALLER WELT

Der Liebhaber des Hofdichters Fazil Bey war von dem Buch "Hubaname" so angetan, dass er ihn davon zu überzeugen versuchte, auch ein Buch über schöne Frauen aus der ganzen Welt zu schreiben. 

Fazil Bey weigert sich anfangs heftig, er meint: "Dirnen haben in meinen Gedichtbänden nichts zu suchen! 
"Als aber sein Liebhaber ihn zu verlassen droht, bleibt ihm nichts anderes übrig, als wiederum den Stift zur Hand zu nehmen und "Zenaname" (das Buch der Frauen) zu schreiben.

Lassen sie uns nun die Frauen der Welt aus der Feder Fazil beys betrachten:

Jüdische Frauen:
Alle Frauen von Juden gehören uns. Es gibt allerdings auch Knaben soviel man nur will. Die Frauen haben hässliche Gesichter. Auch wenn sie nicht sauber sind, haben sie weiße Haut. Diese weiße Haut bringt Männern keinen Geschmack, sie sind nämlich wie Schnee.

Griechische Frauen:
Welche Schönheit, welches verliebte Getue, welche Ziererei.. Wie kokett können sie sich geben! Koketterie und Haltung bringt den Menschen in Glut... Wirklich, so sollten Liebesdienerinnen für jeden sein. Sie versuchen alles, ihre Liebhaber zufrieden zustellen. Sie sind jedoch auch kapriziös.

Holländische Frauen:
Sie haben eine hübsche Art, sich zu bewegen. Ihre Leiber sind hässlich. Ihre Gesichter sind gelb wie Safran. Sie haben nichts besonders Anziehendes. Frauen und Knaben sind sich eigentlich gleich. Die Frauen sind aber alle mannstoll.

Polnische Frauen:
Sie gehören zu den auserlesenen Schönen. Ihre Liebe ist schön, ihre Größe ist hübsch. Wenn sie umhergehen, kann man seine Blicke nicht von ihnen wenden. Sie haben süße Zungen. Wenn sie kein jüdisches Blut haben, ist ihr reiner Körper besonders zart.

Englische Frauen:
Englische Frauen haben ein hübsches Gesicht, angenehmes Gehabe und eine nette Art zu Gehen. 
Sie sind alle von anständigem Charakter, haben Freude daran sich zu schmücken und lieben alle Art von Schmuckstücken. Aus ihren Lippen dringt die Stimme von Nachtigallen.

Österreichische Frauen:
Es sind sehr verwöhnte Frauen. Sie haben zobelfarbiges Haar und Kristall glänzende Haut. Aber sie sind die Hexen unter den Frauen.

Spanische Frauen:
Sie sind alle auserwählte Schöne. Ihre Körper sind von außerordentlicher Anziehungskraft, sie sind schlank 
und groß.

Französische Frauen:
Sie sind von lieblicher Schönheit. Ihre Haut ist wie Silberbarren. Sie tragen die Geheimnisse des Schmuckes in sich. Sogar ihre Kleidung ist über und über mit Schmuck bedeckt.

Ungarische Frauen haben hässliche Gesichter. 
Bulgarinnen sollte man nicht aufs Lager nehmen. 
Schau die kroatische Frauen erst gar nicht an, so schön wie dort die Knaben sind, so tyrannisch sind dort die Frauen.

eine georgische Schönheit

eine österreichische Schönheit

eine marokkanische Schönheit

eine spanische Schönheit