![]() Der Kemalismus (Prinzipien Atatürks) ist keine Doktrinen, sondern eine Weltauffassung. Er ist ein Ideal, eine Philosophie und eine Bemühung die, die türkische Gesellschaft, in der Wissenschaft und Verstand der westliche Zivilisationen vorherrschen, in ihrer sozialen und historischen Persönlichkeit schützt und ihr volle Unabhängigkeit gewährt. Das Erreichen der Ebene zeitgenössisch zivilisierter Staaten Der Kemalismus setzt die Anwendung der von Atatürk eingeleiteten Reformen und Prinzipien voraus, damit die Türkei die Ebene zeitgenössisch zivilisierter Staaten erreicht. Um diese Reformen und Prinzipien politisch zu vertreten und aus der Türkei eines der modernsten und Zivilisiertesten Länder zu machen, gründete Atatürk die Republikanische Volkspartei (Cumhuriyet Halk Partisi). Atatürk verwies auf Kultur in Gesellschaft, Meinung und
Wirtschaft. In seiner Rede zum Anlass des 10. Jahrestages der Republik, deutete er
wiederholt daraufhin, dass der Wissenschaft auf dem Weg zur Zivilisation eine leuchtende
Fackel ist. Er betonte, dass die Ziele Arbeit, Fleiß und nationales Ideal sind. Das osmanische Reich war ein Vielvölkerstaat und hatte keine
nationale Einheitlichkeit. Friede im Land, Friede auf der Welt Was die Kriege zu Anfang des 20. Jahrhunderts angerichtet haben und welchen hindernden Einfluss sie auf die Zivilisation nehmen, wusste Atatürk nur zu gut. Zwischen 1911 und 1922 wurde kein Tag ohne Krieg erlebt. Atatürk verwies darauf, dass die türkische Republik, die aus den Trümmern dieser 11 Jahre hervorgekommen ist, ihren Wohlstand und Frieden nur durch Frieden in der Türkei und Frieden auf der Welt wahren kann. Das Bündnis der Balkanländer oder aber auch der Sadabadpakt sind Beispiele für diese Friedensbemühungen. Seine Prinzipien sind wie folgt.
Auf der Welt hat es in Bezug auf die Regierungsformen einer Republik zahlreiche Diskussionen gegeben. Nachdem 1. Weltkrieg entstanden sogar Regierungsformen, die einer Republik im klassischen Sinne nicht entsprachen. Bestimmt wurde, dass für die türkische Nation die beste Form der Verwaltung eine Republik ist. Nur in dieser Verwaltungsform gab es eine Beziehung zwischen Nation und Staat. Atatürk verwies darauf, dass die Demokratie nur durch eine Republik sichergestellt werden kann. Diese Verwaltungsform übertrug und überträgt das bedingungslose Souveränitätsrecht auf das Volk (die Nation). Die Auffassung der Republik gewährt Freiheit. Mit folgenden Worten beauftragte Atatürk die türkische Jugend mit dem Schutz der Republik: "Türkische Jugend. Deine erste Aufgabe ist es, die Freiheit, die Zukunft und die Republik des türkischen Volkes bis in die Ewigkeit zu schützen" 1927. Bereits im Jahre 1924 betonte Atatürk in einen Appell an die Jugend: "Wir haben die Republik gegründet. Ihr seid es, die sie erheben und fortsetzen werdet".
Der türkische Staat, der zur Zeit des Osmanischen Reiches seinen nationalen Charakter verlor, gewann unter Atatürk ein Fundament. Die türkische Gesellschaft wurde statt religiös - konfessioneller Bindungen mit dem Begriff des Nationalismus betont. Es wurde dafür gesorgt, dass sich die Nation auf eine historische, soziale und kulturelle Realität beruft, statt auf Rasse und Blutsverwandtschaft. Der türkische Nationalismus lehnt den Panislamismus und den der Geschichte widerstrebenden Panturanismus ab. Atatürks Nationalismus bezieht sich nur auf das durch die nationalen Grenzen umschlossene Land.
Atatürk bezeichnet das Volk der Türkei, das die Republik Türkei gründete, als das türkische Volk. Hierbei wird der Begriff "Volk" als Klassen freie und gleichberechtigte Gesellschaft definiert. Das populistische Prinzip lehnt die Begriffe "Völker" und "Proletariat" ab. Das Prinzip gewinnt an der Seite von Republikanimus und Nationalismus Bedeutung. Gleichzeitig beugt dieses Prinzip auch Klassenkämpfe vor. Da der Begriff "Volk" in sozialistischen oder kommunistischen Ideologien den Nationalismus ablehnt, hat er im Vergleich zum Populismus Atatürks eine andere Bedeutung. Der Populismus stützt sich auf die westliche Zivilisation. Stets regiert eine Regierung, die aus dem Volk hervorgeht.
Das Prinzip der Trennung weltlicher und staatlicher
Angelegenheiten von Religion hat den Begriff "Laizismus" hervorgebracht.
Während der osmanischen Zeit wiesen theokratische Verwaltungen große Schäden auf.
Folgende schädliche Resultate der theokratischen Verwaltung können aufgezählt werden:
Aus religiösen Gründen wurde die Druckerpresse im osmanischen Reich erst zweihundert
Jahre später eingeführt, zur Gebetsstunde wurden viele Schiffe von den Sklaven
gemeutert. Vor dem Gesetz und den staatlichen Ämtern ist jeder Staatsbürger, ganz gleich
welcher Religion und Konfession er gehört, gleich. Doch entlang der zu vorigen
Jahrhunderte gab es wegen Religion und Konfessionen stets soziale Auseinandersetzungen
bzw. Spannungen. Das Kalifat wurde z.B. aufgehoben, weil es der Auffassung der Republik
widersprach.
In den Gründerjahren der Republik hatte die Türkei große
Schwierigkeiten in der Wirtschaft, die unter den langjährigen Kriegen gelitten hatte.
Armut war weit verbreitet. Die Wirtschaft musste stabilisiert werden.
Es galt, bei der Einrichtung einer neuen Institution - sprich Staat - die schlechten Seiten des Alten nicht zu übernehmen. Zahlreiche Reformen wurden durchgesetzt. Das Prinzip des Revolutionismus sieht die Beibehaltung und den Ausbau der Kemalistischen Reformen vor. |